Streiflichter Nr..127 vom 01.02.2012

(1) „Tag ohne Badebekleidung“

Die von der INF aufgegriffene Idee, einen „Tag ohne Badebekleidung“ auszurufen, ist am letzten Samstag von den in der „Bay of Plenty Naturists“ organisierten neuseeländischen Naturisten für die Südhalbkugel, wo derzeit sommerliche Temperaturen vorherrschen, adaptiert worden. Die Idee des „Tag ohne Badebekleidung“ ist einfach: Eine nach Möglichkeit größere Gruppe von Nackten trifft sich an einer geeigneten Badestelle, die bisher nicht als Nacktbadeort genutzt wurde oder als solcher „in Vergessenheit“ geriet, um dort gemeinsam nackt zu baden. Natürlich sollen solche Ereignisse auch immer der Werbung dienen. Entsprechend geschickt müssen die Orte und die Umstände ausgesucht werden.

Die noch relativ neue, aber mit rund 460 Mitgliedern schon recht ausgewachsenen „Bay of Plenty Naturists“ hatten sich den „Papamoa Sunbrae Grove“ vorgenommen. Selbiger war früher schon einmal als Nacktbadestrand genutzt worden, aber – wegen nicht weiter zu diskutierender unstrittig negativer Vorkommnisse – bei den Naturisten etwas in Vergessenheit geraten.

Nach Veröffentlichung des Plans meldeten zugezogene Anwohner des Strandbereiches Bedenken dagegen an. Und dann stieg auch noch ein Bob McCoskrie, National Director der „Family First NZ“ in die Diskussion ein und forderte die Behörden sogar auf, gegen das Vorhaben einzuschreiten.

Die örtliche Presse griff das Thema auf und machte die Veranstaltung für einige Tage zum Diskussionsthema. Aber ganz anders als die Presse zunächst vermutete – sprach sich nur ein geringer Teil der dadurch aktivierten Leserbriefschreiber für ein Verbot der Veranstaltung aus.

Mit dazu beigetragen hat wohl auch die geschickte Vorgehensweise der Nacktradlerin Glenne Findon, die in den Streiflichtern schon mehrfach positiv erwähnt wurde und die - als Sprecherin der „BOP Naturists“ - mehrfach die Diskussion in die richtige Richtung („familienfreundliche, sozialverträgliche Nacktheit“) lenken konnte:


http://media.apnonline.com.au/65.1/img/media/images/2012/01/27/260112jf29bop_t300.JPG
(Glenne Findon ihr Ehemann Col Basire auf dem Papamoa-Strand)

Nach so viel Vorlauf ist es natürlich interessant, zu erfahren, wie denn die Veranstaltung abgelaufen ist.

Vorneweg: Sonnig und friedlich.

Es trafen sich über 60 Teilnehmende am Strand und verbrachten angenehme Stunden miteinander. Darunter auch etliche „Neulinge“, die das familiäre Treffen mit gestalteten.

Und jetzt kommt noch einer „oben drauf“:

Martine Rolls veröffentlichte heute in der Onlineausgabe der „Bay of Plenty Times“ einen Kommentar, den sie mit „Nudity unusual but harmless“ betitelt und damit die Nacktheit, um die es hier geht, als „ungewöhnlich, aber harmlos“ charakterisiert. Nach all der gespielten Aufregung wird damit alles wieder ins „richtige Licht“ rückt :

http://www.bayofplentytimes.co.nz/news/nudity-has-nothing-on-violence/1256796/


(2) Nacktbowlen/-kegeln

Alle wollen mit dabei sein.
Beim Nacktkegeln.

In Baltimore (USA)
In Brunswick (Georgia, USA)
In Laval (Kanada)
In England (Blackpool)

... und bei Frankfurt.

Mit folgendem Bild wird z.B. eine Nacktbowling-Veranstaltung der „Maryland Area Naturist Association“ (Die „Marna“ ist Mitglied in der AANR und in der TNS) am 19.02.2012 in Baltimore angekündigt:


http://a3.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/400154_353573664653756_100000033775528_1492902_1088008588_n.jpg

Nicht nur Vereinsmitglieder sind zu der – für amerikanische Verhältnisse preisgünstigen – Veranstaltung eingeladen. Für Familien und junge Leute (bis 30 Jahre) gibt es sogar noch einmal einen extra Rabatt.

Nur wenige Tage später, am 26.02.2012 steht in Brunswick (USA, Georgia) Nacktbowlen auf dem Programm. Organisiert vom „Native Woods Naturist Park“ unter dem Namen „Winter Nude Bowling“:


http://www.nativewoodsnaturistspark.com/images/xsc_0004.jpg
(2256 X 1496 pixel)

Und am 18.02.2012 wird es in Laval (Kanada) ein Nacktbowling geben. Der dortige FKK-Verband FCN/FQN (in der INF) lädt dazu nicht nur die Bowler/Kegler ein. Vielmehr sollen auch alle anderen, die an einem Treffen interessiert sind, angesprochen werden. Es wird eine Tombola geben und es werden auch reichlich Sitzgelegenheiten zur Verfügung stehen, so dass sich wohl auch die Nichtbowler, die weniger des Sports als vielmehr der Geselligkeit wegen kommen, wohl fühlen werden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt :


http://vivrenu.ca/assets/images/activites/quilles.jpg

Auch in England wird es nun ein „offizielles“ Nacktbowling geben. Die große „British Naturism (BN)“ (= "britischer DFK") hat dazu eingeladen. Im Rahmen eines von der BN organisierten, inzwischen ausverkauften nackten Wochenendes in Blackpool wird Gelegenheit geboten, die dortige 10-pin Bowlinganlage zu besuchen.

„Regenmacher, was soll das ?? Nacktbowlen in USA, Kanada und England ? Geht das nicht auch hierzulande ?“

Natürlich !

In Hamburg.
In Hannover.
In München.
In Berlin/Potsdam
In Frankfurt.

Dort überall werden Nacktkegel-Veranstaltungen immer wieder angeboten.

Zum Beispiel Ende nächster Woche.
Bei Frankfurt.

Sieh nur selbst nach:

http://www.fkk-freun.de/viewtopic.php?t=24965

Ich werde wohl auch dabei sein.


(3) Winterliches Nacktbaden im „Vikingeklubben Jomsborg“ in Risskov/Dänemark

Kartine Borre hat im Jahre 2008 eine rund 36 minütige Dokumentation über den dänischen Verein „Vikingeklubben Jomsborg“ in Aarhus erstellt, den sie uns nun – mit englischen Untertiteln versehen – über YouTube zur Verfügung stellt.

In der Dokumentation wird das Leben im Verein der Winterbader über die Saison (August-Mai) begleitet. Der Verein hatte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ca. 3800 Mitglieder und eine jährliche Steigerungsrate von ca. 250 Personen.

Nun schreiben wir das Jahr 2012 und die Zahl der Mitglieder hat inzwischen auf 5000-er Marke erreicht.



Nicht alle Mitglieder des Badevereins sind Naturisten, aber schon wenn man sich das erste Drittel des Films ansieht und auch auf die dort getätigten Aussagen achtet, dann ist schnell zu erkennen, dass sich dort die Lebenseinstellung der Naturisten wiederfindet.


(4) Nacktwandern

Der „Taranaki Naturists Club“ ist einer der ganz normalen FKK-Vereine in Neuseeland. Er ist, wie viele der FKK-Vereine, im offiziellen Verband der neuseeländischen Naturisten organisiert.

Hier ein Luftbild vom Vereinsgelände:

http://www.gonatural.co.nz/Taranaki/aerial%20view.jpg

Soweit - so gut.

Kürzlich erhielt ich von Arthur Eagle – dem Sprecher des FKK-Vereins die Nachricht, dass dort Planungen bestehen, eine öffentliche Einladung zu einer Nacktwanderung anlässlich des jährlichen Treffens der Vereinsmitglieder auszusprechen, in deren Streckenverlauf das FKK-Gelände (siehe Luftbild) eingebaut werden soll. Ob als Start-, Rast- oder Zielpunkt steht noch nicht fest. Auch der Streckenverlauf (vermutlich unter Einbau der Küste) ist noch sehr vorläufig.

Eigentlich liegt bisher sogar nur die Teilstrecke Wills Road bei Bell Block über die Küste bis zum FKK-Gelände fest. Das wären dann kaum 5 km Strandwanderung – und somit wohl eher ein Strandspaziergang.

Aber ein Anfang ist gemacht.

Ich habe hier wieder viele Minuten vertrödelt – bevor hier wieder Schluss ist schnell noch ein kleines Häppchen Kultur.

In diesem Falle natürlich FK-Kultur:


(5) Nackte Lesung

Jessica Anya Blau, die Autorin der Novellen „The Summer of Naked Swim Parties“ und „Drinking Closer to Home“ hat es nach Baltimore (USA) verschlagen. Wie ich soeben schrieb, existiert dort die "Maryland Area Naturist Association", in der es nicht nur Nacktbowler, sondern auch einene „Literatur-Kreis“ gibt.

Wie uns Kathy mitteilt, hat die „Naked Reading Group“ - wie sich der „Literatur-Kreis“ nennt - Jessica Anya Blau zu einer Lesung eingeladen. Sozusagen zu einer Lesung bei den Nackten.

Jessica hat dankend angenommen:


http://a8.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc7/395874_251724244900104_100001875909828_604879_1274965546_n.jpg

Cara Ober hat in der „Urbanite Baltimore“ ein ausführlicheres Interview mit Jessica geführt:

http://www.urbanitebaltimore.com/baltimore/writing-closer-to-home/Content?oid=1467907

Jetzt ist hier aber wirklich Schluss.

Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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