Streiflichter Nr..134 vom 31.3.2012

(1) Falzflyer - für die gute Sache

Schon vor etlichen Streiflichtern stellte ich hier Bruno Saurez vor, der im südlichsten Südfrankreich erst vor ca. einem Jahr die „Association Naturiste Phocéenne“ mit begründet hat. Eines der Ziele der Vereinigung ist die Verbreitung naturistischer Ideen, hier insbesondere im Zusammenhang mit dem Naturschutz und dem Vorantreiben der Planungen zu einem Naturschutzpark.

In diesen Tagen kommt mir ein Faltblatt unter die Augen, das sich sicherlich auch für so manch anderen FKK-Verein eignet und welches ich hier daher – quasi als nachahmenswertes Beispiel – aufführe. Drucktechnisch ist es ein doppelseitig bedrucktes DIN-A4-Blatt, das durch die Faltung zu einem 6-seitigen Falzflyer wird :

Seite A


http://i44.servimg.com/u/f44/16/54/55/19/daplia10.jpg

Seite B


http://i44.servimg.com/u/f44/16/54/55/19/daplia11.jpg

Eine kleine Google-Suche ergab, das die Druckkosten für 1000 Stück (in einfache Ausführung) bei ca. 70 Euro liegen. Es gibt im Netz auch Programme, die bei der Gestaltung eines solchen Flyers helfen.

Das ist es aber noch nicht, worauf ich hinweisen will.

Hervorheben will ich hingegen, dass im Blatt A des Faltprospektes deutlich Bezug auf das Nacktwandern genommen wird. Dabei wird das Nacktwandern richtigerweise eingebettet in die „klassischen“ FKK-Bereiche (linke und rechte Hälfte des Blattes A).

Gerade so wie wir das hierzulande seinerzeit auch gemacht haben.

„Regenmacher, das wissen wir doch alles. Erzähl einmal was neues.“

Na gut.
Also – wenn alles so klappt wie ich und andere es sich denken - dann wird Bruno demnächst auch noch regionale Verantwortung in der „Fédération Française de Naturisme (FFN)“ übernehmen. Es kann also durchaus sein, dass wir schon in 14 Tagen, wenn der 53. Kongress der FFN stattfindet, einen praktizierenden Nacktwanderer in regionaler Verantwortung haben.

Ich habe zwar schon einmal hier geschrieben, dass ich Sorge habe, dass Bruno Saurez in der Ausübung seiner vielfältigen Interessen irgendwann an persönliche Grenzen stößt, aber ich sehe derzeit nur wenige, die seine Aufgaben übernehmen könnte.

In Kurz: Da müssen wir – und vor allen Dingen Bruno Saurez – einfach durch.

Aber wo wir uns jetzt gerade so schön mit Verbandsangelegenheiten beschäftigen – War da nicht etwas in Hannover ?

Richtig, die EuNat.

Sieglinde war auch da.
Das war gut, denn so konnte sie als INF-Präsidentin mit fast allen europäischen Naturismus-Verbänden sprechen. In einem Aufwasch. Das spart Zeit und Reisekosten.

Über die Ergebnisse könnt ihr euch bei dfk.org informieren. Jedenfalls über die offiziellen Ergebnisse.

Im nächsten Unterpunkt berichte ich hingegen von einem Ergebnis, welches im Radar des dfk vermutlich noch nicht sichtbar, aber trotzdem von Bedeutung ist.

Es geht um Dänemark.


(2) Info aus Dänemark

Thomas Frisendal und Troels Norup, der Vize-Präsident der „Danske Naturister“, waren – als Gäste - auf der EuNat in Hannover.

Schon viele Streiflichter haue ich Vorschläge in die Tatstaur, wie die beiden dänischen Naturistenverbände „Danske Naturister (DN)“ und „Danske Naturist Union (DNU)“ zusammengeführt werden können. Nun aber bin ich nicht mehr alleine. Die INF hat sich der Sache angenommen, und will – so schrieb es Troels – als Mittler zwischen den beiden Verbänden helfen.

Das ist überaus löblich.

Kräftigen Applaus für die INF.

Zur Freude von Sieglinde und vor lauter Begeisterung platzieren die „Danske Naturister“ sogleich das INF-Symbol auf ihrer HP:


http://www.naturister.dk/uploads/pics/logo_inf.jpg

Und dann kommt mir gestern auch noch ein Beitrag von Maria K. und Uffe L. unter die Augen, in dem beide von den vielen, vielen sich bietenden Möglichkeiten in der „Danske Unger Naturister (DUN)“, das ist so etwas wie eine dänische FKK-Jugend, schreiben.


http://blog.naturister.dk/wp-content/uploads/2012/03/Mariafoto-199x300.jpg
Maria


http://blog.naturister.dk/wp-content/uploads/2012/03/uffePort01-199x300.jpg
Uffe

Beide stehen dem klassischen FKK-Camping nahe, was abermals eine weitere Verbindung zur „Danske Naturist Union (DNU)“ schafft.


http://naturister.dk/typo3temp/pics/22275319a8.jpg

Ja, ist denn heute schon wieder Weihnachten ??

Noch vor wenigen Monaten konnte man nur vom „missing link“ zwischen den „Danske Naturister (DN)“ und der „Danske Naturist Union (DNU)“ sprechen. Heute gibt es schon mehrere Links.
Vor lauter Erfolgsmeldungen komme ich ja kaum noch hinterher.

Damit wir jetzt erst einmal wieder etwas „herunterkommen“, machen wir eine Nacktwanderung.

In Neuseeland.


(3) Geheimnisvolles Wochenende

Die „Bay of Pleanty Naturists (BOP)“ ist eine schnell wachsende Gruppe von Naturisten aus Neuseeland, die – wenngleich nicht als Verein organisiert – dem offiziellen Verband der Naturisten in Neuseeland („New Zealand Naturist Federation, NZNF“) sehr nahe steht.

Umschreiben wir es mit :
Es gibt da personelle Verpflechtungen.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass gelegentlich auch gemeinsame Unternehmen organisiert werden. Zum Beispiel vor ca. 2 Wochen, als etliche „Mitglieder“ der freien Naturistengruppe beim in der NZNF organisierten FKK-Verein „Bay of Plenty Sun Club“ zu Gast waren.

Das alles war überschrieben mit „Mystery weekend“ („geheimnissvolles Wochenende“)

Nun – „geheimnisvoll“ ist vielleicht nicht der passende Ausdruck.

Nennen wir es besser: „Ein Wochenendausflug 'ins Blaue' “.

Die gemischte Gruppe (50 % „Bay of Pleanty Naturists“ und 50 % „Bay of Plenty Sun Club“) unterhielt sich mit Gesellschaftsspielen. Rien hatte das neue Kartenspiel „Sabouteur“ mitgebracht.

„Regenmacher, ob nun Rien ein Kartenspiel mitgebracht hat oder nicht, das wollen wir nicht wissen. Das interessiert hier doch keinen. Von dir sind wir mehr gewohnt. Wo bleiben die großen, wegweisenden Hinweise ?“

Moment.

Als eines der Highlights will ich einen Ausflug der Gruppe in den Busch nennen. Nicht weit vom See Rotoma. Peter und Sharron hatten für die Teilnehmenden ein Rundweg (4WD) ausgesucht, der keine weiteren Schwierigkeiten bot und sich somit auch für Anfänger eignete, wenngleich manchmal auch tiefe Furchen, die vom jüngsten, starken Regen herrührten, zu überbrücken waren.


http://4.bp.blogspot.com/-6u9C20HJzJc/T2aM0GBmcII/AAAAAAAAAFk/q6qgWY-mx1M/s1600/IMG_0134a.jpg

Überraschend ( na ja – nicht wirklich überraschend, denn Peter und Sharron wussten natürlich Bescheid ) kam die Gruppe an einer alten Mühle vorbei.

Der neuseeländische „Rundwanderweg im Bush“ erinnert mich an die Nacktwanderung „Rund um Fritzdorf“, die uns auch an einer Mühle vorbeiführte, wo wir eine kurze Rast einlegten. Da hatten wir – außer ein paar Obstbäumen bei Adenau – allerdings keinen Urwald sondern weitgehend freie Sicht. Und heiß war es auch. So heiß, dass sich vielleicht etliche etwas mehr schattigen Urwald herbei gewünscht haben.

Aber sonst war alles fast genauso wie bei unseren Freunden in Neuseeland.


(4) Königlicher (?) Nacktbadestrand

Am letzten Mittwoch war die Welt in Anglesey (Großbritannien) noch in Ordnung.

Owen R. Hughes hatte in der dailypost einen kleinen Beitrag untergebracht, in dem er von einem nun schon über Jahre naturistisch genutzten Strand (Newborough beach) berichtet und darüber, dass sich die dortigen Aktivisten nun um dessen behördliche Anerkennung bemühen.

John Baines fordert darin einen explizit markierten FKK-Bereich. Es ist auch von zu erwartenden touristischen Einnahmen die Rede, denn tatsächlich gibt es in ganz Anglesey bisher keinen einzigen offiziell deklarierten FKK-Strand.

Peter Rogers, (zuständiger ??) Stadtrat von Newborough, äußerte sich skeptisch zu den Vorschlägen, forderte aber nun seinerseits eine behördliche Regelung: Entweder ein Verbot, das dann auch durchgesetzt werden müsse, oder einen „offiziellen Status“ des Nacktbadestarndes.


http://i.telegraph.co.uk/multimedia/archive/02180/BK4EMW_2180006b.jpg

Andrew Welsh von der „British Naturism (BN)“ betont, dass es nach gängiger Rechtslage (und beigebrachten Dokumenten) keines explizit ausgewiesenen FKK-Bereiches bedarf.

Er ergänzt: “We are keen to remove the suspicion about naturism, the thought that it is weird, eccentric and even sordid. This could not be further from the truth. The challenge for us is getting that message across to other people.” (Wir sind sehr daran interessiert, den Verdacht, Naturismus sei „seltsam“, „exzentrisch“ oder gar „schmutzig“ aus dem Weg zu räumen. All das könnte nicht weiter von der Wahrheit. Für uns ist es immer wieder eine Herausforderung, diese Erkenntnis zu den Leuten „herüberzubringen“)

So weit – so gut.

Irgendwie werden sie sich schon darauf einigen, die Sache so weiter laufen zu lassen, wie sie bisher lief.

Eine lokale Sache.
Denkt man.

Dann kommt – gleich am folgenden Donnerstag – die gesamte britische Presse damit heraus.

Sun.
Mirror.
Telegraph. usw. usw.

Unsereiner reibt sich verwirrt die Augen, wie es die Meldung vom FKK-Strand bei Newborough denn auf die Titelseiten geschafft hat.

Die Lösung:
Prinz William und Kate wohnen nur wenige Minuten vom Strand entfernt.

Immerhin hat das Nacktbaden bekanntlich königliche Geschichte. König Edward VIII und seine Frau gönnten sich nämlich – so wird in den aktuellen Presseberichten hervorgehoben – seinerzeit ein Nacktbad in der Bucht von Kandarola (Kroatien), die auch heute noch manchmal als „Englischer Strand“ bezeichnet wird.

Wer es genau wissen will:

(1)
http://www.dailypost.co.uk/news/north-wales-news/2012/03/28/calls-to-make-anglesey-beach-a-nudist-site-55578-30639913/

(2)
http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/kate-middleton-and-prince-williams-local-775574

(3)
http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/news/4226881/Beach-near-Wills-and-Kates-home-could-become-nudist-site.html

(4)
http://www.bbc.co.uk/news/uk-wales-north-west-wales-17537047

(5)
http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/theroyalfamily/9171665/Nudists-want-a-beach-close-to-Prince-William-and-Kate-Middletons-home.html


(5) Nacktfußball auf dem Museumsplatz - inmitten von Amsterdam

Im Streiflicht Nr.83.2 vom 16.06.2011 berichtete ich von den Vorarbeiten zu einem Film, der an den Erfolg von „All Stars“ anknüpfen will. Darin wird die Geschichte der Mitglieder einer Fußballmannschaft erzählt. Innerhalb der Spielfilmhandlung gerät die Mannschaft auf einen FKK-Campingplatz.

Meines Wissens nach wurden die betreffenden Szenen, für die ich im Streiflicht Nr. 83.2 noch Komparsen anwerben wollte, auf einem deutschen FKK-Campingplatz gedreht.

Inzwischen ist der Film fertiggestellt.

Das alles wäre nun noch keine Meldung wert – wenn nicht ...
... ja, wenn nicht zum Start der DVD-Ausgabe des Films ein Fußballspiel auf dem bekannten Museumsplatz inmitten Amsterdams stattgefunden hätte. Nackte gegen Trikot-Träger.

Am 21.03.2012.
Um die Mittagszeit.


http://www.rtvnh.nl/data/thumb/abc_media_image/129000/129328/w620.jpg
(Foto: van der Laan)


Naaktvoetbal op Amsterdams Museumplein von Zoomin_Vlaanderen
http://dai.ly/GPQvZ5

Auf Nachfrage wurde mir berichtet, dass die Nackten das Spiel mit 2:3 Toren verloren haben.

Davon lasse ich mir jetzt aber meine gute Laune nicht verderben. Außerdem war – wie fast immer – natürlich der Schiedsrichter schuld. Der lief nämlich dauernd nur bekleidet herum. Eventuell und unter Umständen war er also nicht so unparteiisch, wie er es hätte sein sollen. :-)

Aber das ist natürlich auch nicht wirklich wichtig.

Halten wir also das wirklich Wichtige fest:
Nacktfußball auf dem Museumsplatz – inmitten von Amsterdam.

Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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