Streiflichter Nr..135 vom 13.4.2012

(1) Post aus Österreich

Kürzlich erhielt ich eine e-mail aus Österreich.
Von Sieglinde - höchstpersönlich.

„Regenmacher, welche Sieglinde ?? Außerdem, was interessiert uns hier, von wem du wann welche post bekommst.“

Das sollte dich aber interessieren, denn Sieglinde ist Sieglinde Ivo.
Ja genau, die von der INF.

In jener mail machte sie mich auf eine neue Entwicklung aufmerksam. „Neue Entwicklung“ - da werde ich natürlich hellhörig. Denn solches gehört in die Streiflichter – die ja eh schon immer ihrer Zeit (mindestens um ein paar Monate, manchmal auch Jahre) voraus waren - hinein. Wo andere „das Gras wachsen hören“ muss ich „die Fluggeräusche des zugehörigen Samens“ registrieren können.

„Regenmacher, mach dich hier nicht so wichtig. Sage statt dessen, was in ihrer post stand. Komm endlich mit der ganzen Wahrheit heraus.“

Also gut.
Aber nur, wenn du mir versprichst, es weiter zu erzählen:

Nach langen, langen Jahren wird es wieder ein offizielles INF-Jugend-Treffen geben. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass das Sieglinde gefreut hat. Ich freue mich – wenngleich ebenfalls längst dem jungen Alter entwachsen – mit ihr mit.


http://1.bp.blogspot.com/-vve8FfyDMFk/T3a8tkewjfI/AAAAAAAAARE/7dg_hksg1ec/s200/lenaturismeFR4.jpg

„Regenmacher, was soll das ? Da treffen sich ein paar jüngere INF-FKKler und INF-FKKlerinnen in Brasilien, Kanada, Neuseeland oder sonstwo. Alles ganz weit weg. Das bringt uns hier doch nichts.“

Rede doch nicht immer dazwischen. Lass mich doch einfach einmal ausreden.

Ich setzte jetzt nämlich noch einen oben drauf.

Also, lausche meinen klugen Worten:
Das Treffen findet nicht weit von hier statt. Und zwar am - nun kommt es - „Rosenfelder Strand“. Just zu der Zeit, in der dort auch das „Mee(h)r erleben“ startet.

Na – wenn das kein Volltreffer ist.

Ich wünsche den Organisatoren viel Erfolg. (Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig der erste Erfolg ist, damit aus der ersten Veranstaltung eine Reihe von Veranstaltungen wird. So hätte es ohne den frühen Erfolg der Vulkan-Nacktwanderung bei Bonn im Jahre 2004 – damals unter zugegebenermaßen idealen Bedingungen - vermutlich keine weiteren Veranstaltungen in der Reihe gegeben)

Infos zum offiziellen INF-Youth-Treffen unter:
http://www.sauna-jugendforum.de/viewtopic.php?f=30&t=175


(2) 53. Kongress der FFN

An diesem Wochenende findet in Frankreich die 53. Konferenz der „Fédération Française de Naturisme (FFN)“ statt.

Dieses Mal in CHM (Centro Helio-Martin) de Montalivet. Das ist quasi ein historischer Ort, denn vor weit über einem halben Jahrhundert wurde dort die INF gegründet.

Und nun soll an gleicher Stelle darüber diskutiert werden, wie es denn weitergehen soll.
Mit der FKK in Frankreich.

Kurzfristig geht es der FFN um die Planungen für die nächsten drei Jahre.


http://apnel.fr/actu/images/53congresffn.jpg

In vier Arbeitsgruppen werden die Delegierten unter anderem auch die langfristigen Perspektiven diskutieren:

„Gesundheit“, „FKK heute und morgen“, „Strand-FKK“ und „FKK-Jugend“

Zum letzteren Thema wird eine große Delegation der noch jungen „Association des Jeunes Naturistes de France (AJNF)“ eintreffen.

Natürlich werden auch die gesetzlichen Bedingungen unter denen in Frankreich FKK stattfindet behandelt werden. In Tat und Wahrheit wird ein Gruppe aus den Reihen der APNEL, die Mitglied in der FFN ist, am Ort sein und dort auch über Nacktwanderungen berichten.

Eigentlich ist sogar eine solche – quasi anlässlich des 53. Kongresses - geplant. Es kann aber durchaus sein, dass sich die Delegierten – angesichts der derzeit kühlen Temperaturen von maximal 15 Grad - mit einer Video-Demonstration zufrieden geben müssen.

Da ich hier jetzt gerade bei der französischen FKK bin, will ich schnell noch einen kleinen Hinweis auf einen Artikel in der FAZ vom 11.04.2012 einschieben, in dem Milos Vec die Geschichte der französischen FKK zusammenfassend darstellen will: „Sonnenmenschen brauchen kein Minimum. Untertitel: Wie der Nudismus an der Französischen Riviera dann doch moralisch und juristisch vorzeigbar wurde“

Um die nackten Vergangenheit – wenngleich kaum eine Woche alt und mit Bezug auf Dänemark – geht es auch im nächsten Unterpunkt:


(3) Die schnellsten Nacktrutscher Dänemarks

Seit letzten Sonntag steht es fest, wer die schnellsten Nacktrutscher Dänemarks sind.

Denn in Frederiksberg fand – wie im Streiflicht Nr. 128 vom 07.02.2012 angekündigt – die „Dänische Meisterschaft im Nacktrutschen 2012“ statt.

Es hatten sich 31 Teilnehmer gemeldet, die unter den den kritischen Blicken von ca. 100 anwesenden Nackten, welche trotz des unglücklich gewählten Veranstaltungsdatums „1.April“ zur Unterstützung gekommen waren, um die Wette rutschten.

Schnellster Däne ist Jesper Weylandt mit 17:05 Sekunden auf 105 m.
Schnellste Dänin ist Helle Kristensen mit einer persönlichen Bestzeit von 18:14 Sekunden.
Schnellstes dänisches Kind ist Nikolaj Jacobsen mit 18:89 Sekunden.

Es gab Urkunden und die „Danske Naturister“ feierten es als Meilenstein in der Geschichte des nackten Dänemarks („Denne skelsættende begivenhed i Danmarkshistorien“)

Na – da lassen wir uns doch nicht „lumpen“ und feiern mit.

Glücklicherweise waren Gry Waagner Falkenstrøm und Louise Dalsgaard, zwei Journalismus-Studenten, mit dabei. Die beiden hatten Kamera und Mikrofon mitgebracht und einen kleinen TV-Bericht von der Veranstaltung gefertigt, den die Danske Naturister – offensichtlich nicht ungeschickt – sogleich zur Werbung nutzen:










(4) „Das nackte Haus“

„naked house“ - das ist der Arbeitstitel einer TV-Serie, zu der Ende April ein pilot produziert werden soll. Die Geschichte, die in der von ITV1 realisierten Komödie erzählt werden soll, ist schnell zusammengefasst:

Eine kleine Familie (Vater, Mutter, Sohn) muss infolge der Wirtschaftskrise wieder in den Norden zu ihren Eltern ziehen. Drei Generationen in einem Haus. Das gibt genug Konflikte, die in allen möglichen Konstellationen durchgespielt werden können.

Die Großeltern – das ist den Neuankömmlingen schnell klar – führen inzwischen ihr eigenes Leben und sind zwischenzeitlich begeisterte Naturisten/Nudisten geworden. Das gibt noch mehr Konfliktstoff und erklärt warum ich die TV-Serie hier jetzt schon auftauchen lasse.

Das ist wieder einmal ein Risiko, denn ich habe keinen Einblick in die Bücher.
Was das wohl wieder geben wird ?
Was dabei wohl heraus kommt ???

Mich erinnert das an einen Aufruf von Geißendörfer (dem Produzenten der „Lindenstraße“), der vor vielen, vielen Jahren nach Vorschlägen für neue Themen fragte, und mich dazu verführte den ersten und einzigen plot meines Lebens zu schreiben:
Ein junges, unverheiratetes Nudistenpärchen zieht in die „Lindenstraße“ ein. Im Treppenhaus trifft Else Kling (gespielt von der damals noch lebenden Annemarie Wendl) auf das nackte Kleinkind des Nudisten-Pärchens: „Eih, wo bist du denn weggelaufen“, woraufhin die ebenfalls nackte Mutter von oben die Treppe herunterkommt, ihr Kind wieder in die Wohnung zurückträgt und eine „sprachlose“ Else Kling zurück lässt. Daraus sollte sich eine Geschichte über viele Folgen entwickeln.

Na ja – das war ein misslungener Versuch.

Wie es scheint, wollen sich nun andere an das Thema heranmachen.

Ich wünsche viel Erfolg und gehe zum nächsten Unterpunkt.


(5) „Die ersten drei Sekunden“

Vor gut 10 Jahren führte Erika Haglund bei einem Kurzfilm Regie, dessen Titel „LA MER À BOIRE“ (etwas frei übersetzt zu: „Im Meer der Scham ertrinken“) lautet, den ich aber – da ich das Ende kenne - zu „Die ersten drei Sekunden“ umtitel möchte.

Im „le court metrage sur la web“, dem webportal für Kurzfilme, das ich auch unabhängig vom jetzigen Thema jedem, der sich für Kurzfilme aus Frankreich interessiert, empfehle, wird der Beitrag freundlicherweise einer größeren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt:


http://www.6nema.com/page_film.php?id_film=442

Catherine, eine junge, etwas schüchterne Frau von 25 Jahren, kommt an den Strand um sich zu sonnen. Sie geht ins Meer, verliert dabei das Unterteil ihres Bikinis und traut sich so dann nicht mehr an den Strand zurück. Für die einfach gestalteten Zuschauer ist das vielleicht zunächst lustig, aber dann wird sie – nach erfolglosen Versuchen sich aus der Situation zu befreien – von Wut und Verzweiflung gepackt. Aus Angst vor den stechenden Blicken der anderen Strandbesucher bleibt sie heulend im Wasser.

Bis sie dann – inzwischen der Erschöpfung nahe – aus dem Meer steigt und feststellt, dass all ihre Angst und all ihre Verzweiflung vollkommen unnötig waren. Tatsächlich wird Sie von den anderen Strandbesuchern kaum wahrgenommen, deren Blicke kaum beiläufiger sein können.

Ganz, ganz zum Schluss, in den letzten 3 Sekunden vor dem Abspann, lächelt sie sogar.

Diese letzten drei Sekunden sind der Anfang ihres Lebens als befreite und daher auch starke Frau.

Somit wird der von mir gewählte Titel „Die ersten drei Sekunden“ verständlich und ich kann hier wieder Schluss machen.

Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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