Streiflichter Nr..149 vom 25.06.2012

(1) Warum ist es nackt so schön?

Diese Frage stellten sich Emma Sullivan, Georgia Brown, Matt Hill und Maria Brain.

Besser : Sie stellten sie Anderen - ebenfalls kaum dem studentischen Alter entwachsenen.

In der Tat kann und muss man sich nach dem Grund fragen, warum Naturismus/Nacktsein usw. heutzutage eine so große Faszination ausübt. Denn eigentlich ist die Idee von der nackten Freiheit ja keine neue, sondern ganz im Gegenteil eine alte Idee.

Aus den Antworten ist ein ca. 6:30-minütiges Video „The Skin You're In“ entstanden, das sie uns über YouTube zur Verfügung stellen:


http://youtu.be/qjPJ6BqLn3A

Daryl Jones – von der britischen FKK-Jugend – kommt auch darin vor.


(2) Spencer Tunick in München

Eigentlich ist dies – da bereits ausführlichst auch in internationaler Presse gewürdigt – für die Streiflichter kein Thema mehr.

Aber an Spencer Tunick und an dessen Aufruf zum vergangenen Wochenende nach München zu kommen, dem rund 1700 Nackte folgten, komme ich natürlich nicht vorbei.

Bemalt in den Farben rot und gelb, nahmen die überwiegende jungen Nackten nach den Anweisungen des Künstlers an drei verschiedenen Städten in der Innenstadt Aufstellung. Jeder dieser Plätze trug mit seinen klotzigen, in gerader Linie gezogenen Bauten und den dort in runden Formen platzierten Nackten - so die künstlerisches Absicht – zum Auftakt der Opernfestspiele an der Bayerischen Staatsoper bei. Dort steht Wagners „Ring der Nibelungen“ auf dem Programm.


http://a4.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash3/579903_480740451940776_263001_n.jpg

Das war und ist die offizielle Lesart.
So kann man es überall lesen.

Und nun das Bild „dahinter“.

In den langen Pausen zwischen den Posen konnten alle – trotz der recht frischen Temperaturen – die Erfahrung gemeinschaftlicher Nacktheit machen.

Ich weiß natürlich auch, dass nun nicht jede und jeder der dortigen Teilnehmer z.B. auch beim Nacktbaden am warmen XYZ-See anzutreffen sein wird, aber für etliche der Teilnehmer war es die erste derartige Erfahrung – aus der vielleicht schon bald Gewohnheit wird.

Getreu dem Motto:

„Einmal – und dann immer wieder“

In den bayerischen Wäldern – also nicht weit von München - fand übrigens am gleichen Wochenende – aber bei Tage und daher bei höheren Temperaturen - eine ganz andere, und doch irgendwie ähnliche Aktion statt, über die in den Zeitungen jedoch nicht berichtet wurde. Für mich ist das ein Grund, daraus gleich einen eigenen Unterpunkt zu machen.

Jetzt geht es – zum Aufwärmen – aber erst einmal nach Kanada.

„Nach Kanada ?“

Ja, nach Kanada.


(3) 37 Grad in Kanada

Am vergangenen Mittwoch, den 20.06.12, feierten Regenmacher und Frau ihren 20. Hochzeitstag.

Zur Feier des Tages gab es Außentemperaturen von 37 Grad.

Nicht in Bad Breisig – aber in Kanada.

Richtig gelesen.
37 Grad in Kanada.
Weite Teile Kanadas litten unter dieser Hitzewelle, die selbst mir „zu schaffen gemacht hätte“.

Stephane Deschenes von den „Bare Oaks Family Naturist Park“, einem - hierzulande würde man schreiben - FKK-Verein im kanadischen East Gwillimbury nutze die Gelegenheit, in der regionalen Presse Reklame zu machen.

Sozusagen: „Mach dich nackt“ - als probates Mittel gegen die Hitzewelle.


http://i.thestar.com/images/29/8e/f023a6d54fdea37ffdb24c4a538d.jpg

Ira Jacobs, Professor und Dekan an der Universität von Toronto, stimmt dem zu.
Derart überzeugt reißen sich die vom „Toronto Star“ geschickten Reporter Tim Alamenciak und Steve Russell ihre Kleider vom Leib.

Weil Stephane aus der Werbeindustrie kommt und sich daher mit Fragen der Werbung auskennt, lohnt es sich – übrigens auch für hiesige FKK-Vereins-Vorstände – ihm über die Schulter zu schauen. Denn die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

Link zum Artikel:
http://www.thestar.com/news/article/1215391--getting-naked-is-the-secret-to-beating-the-heat-says-bare-oaks-family-naturist-park-owner


(4) WNBR und die belgischen Ordungsbehörden

Am vergangenen Samstag, den 23.06.2012, fand im belgischen Brüssel eine WNBR-Veranstaltung statt. Zur Unterstützung der belgischen Aktion - heuer im 8.Jahr - war aus Frankreich eine kleine Delegation des Vereines Apnel angereist.

Das gutes Wetter und die gute Stimmung taten das ihre hinzu. Und der Organisator Jerome scheint auch zufrieden zu sein, denn er meldet „Succès !“

Das das WNBR in Brüssel hier auftaucht, hat aber eigentlich einen anderen Grund. Denn wie folgendes Foto dokumentiert, hat es (na gut, sagen wir: fast) eine Verbrüderung zwischen den Nackten und den dortigen Ordnungsbehörden / der örtlichen Polizei gegeben:


http://www.vivrenu.com/getfile.php?att_id=8116&apli=forum_npds&att_name=20120623_cyclonue_bruxelles_JF_P1030099.JPG

Im folgenden Video ist die – noch irgendwie vorsichtige - Begegnung der beiden Welten dokumentiert :


interview police feminine a la cyclonudista...
http://dai.ly/LK9R5n

Jacques (von der Apnel) schreibt dazu: „Un vent de liberté souffle sur Bruxelles ...“ („Ein Hauch von Freiheit weht durch Brüssel ...“)


(5) In den bayerischen Wäldern

Als Kontrapunkt zur Tunick-Aktion in München sehe ich eine Aktion, die am gleichen Wochenende von einer Frauengruppe in den bayerischen Wäldern gestaltet wurde.

Wie bei Tunick wurden zwar Farben – überwiegende Erd-Farben – eingesetzt, aber nicht im Kontrast und nicht im Streit mit den umliegenden Formen, sondern im gewissen Sinne integriert in die Fauna und Flora. Mitten im bayerischen Wald.


http://a6.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-snc7/428427_3928943378510_329828923_n.jpg

Als Titel fällt mir ein:

„Tanz bei den fallenden Wassern“

Alle Grüße
michael regenmacher / strothjohann

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